Eine feuchtevariable Dampfbremse braucht eine bauaufsichtliche Zulassung

Feuchtevariable Dampfbremsen brauchen unbedingt eine Zulassung. Dies ist die Aussage des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), welches die Zulassungen von Bauprodukten regelt. Verfügt eine feuchtevariable Dampfbremse über keine Zulassung, sondern wird nur mit dem CE-Kennzeichen versehen, ist sie rein rechtlich gesehen lediglich eine Dampfbremse mit einem konstanten Diffusionswiderstand (sd-Wert) und darf auch nur als diese eingesetzt werden. Der Hintergrund ist, dass die europäische Normung (DIN EN 13984) keine feuchtevariablen Dampfbremsen kennt und damit auch keine Prüfmethoden zur Ermittlung des Verlaufs der feuchtevariablen Funktion bzw. zum Nachweis der Alterungsbeständigkeit enthält.

Weiterhin ist die DIN 68800-2 bauaufsichtlich eingeführt. Sie ist daher keine „Empfehlung“, sondern Teil des Baurechts und somit Gesetz. In Abschnitt 7.5 wird explizit ein bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis für feuchtevariable Dampfbremsen gefordert. Dieser kann z. B. in Form einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung erbracht werden.

Ist die Feuchtevariabilität nicht durch eine Zulassung geregelt, handelt es sich nicht um eine feuchtevariable Dampfbremse. Der Einsatz einer derartigen Bahn als feuchtevariable Dampfbremse verstieße gegen die Bauproduktenverordnung. Das könnte zu Regressforderungen informierter Bauherren führen.

Gleiches gilt, wenn die Verwendung einer feuchtevariablen Dampfbremse über ein Leistungsverzeichnis gefordert wird oder Bestandteil des Angebotes des Ausführenden ist. Diese Leistung kann dann nur über eine feuchtevariable Dampfbremse mit Zulassung erbracht werden.

Bauprodukte dürfen nur gemäß einer baurechtlich einwandfreien Regelung (Zulassung oder Normung) in Verkehr gebracht werden. Das ist in Deutschland für feuchtevariable Bahnen nur mit einer Zulassung durch das DIBt möglich. INTELLO hat eine Zulassung des DIBt und ist damit als feuchtevariable Dampfbremse zugelassen.

Die Dauerhaftigkeit oder besser Alterungsbeständigkeit von feuchtevariablen Bahnen kann entweder durch eine jahrzehntelange Verwendung oder eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung bestätigt werden. pro clima hat beides: Die DB+ wird erfolgreich seit über 25 Jahren verwendet. Die INTELLO ist die logische Weiterentwicklung dieses Sicherheitskonzepts. Bei beiden wird die Alterungsbeständigkeit der feuchtevariablen Eigenschaften zusätzlich durch die Zulassung des DIBt über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren bestätigt.

Alle Prüfungen für die Zulassung wurden unabhängig an einem akkreditierten Prüfinstitut durchgeführt. Dieses kontrolliert regelmäßig die Produktion, die Produktqualität sowie die Alterungsbeständigkeit der INTELLO. Die Akkreditierung ist deshalb wichtig, weil das Prüfinstitut wiederum unabhängig durch den Deutschen Akkreditierungsrat überwacht wird. Dies stellt die Unabhängigkeit und die Verlässlichkeit der Prüfergebnisse sicher.

INTELLO funktioniert auf Winterbaustellen

Winterbaustellen sind mit INTELLO und DB+ von pro clima kein Problem. Wichtig ist der passende Hydrosafe-Wert. Der Hydrosafe-Wert gibt an, wie dicht eine feuchtevariable Dampfbremse bei einer mittleren Feuchte von 70 % noch ist. 70 % mittlere Feuchte liegt z. B. an bei 90 % Raumluftfeuchte und 50 % Gefachfeuchte, wie sie z. B. während des Verputzens der Wände oder durch Estrichlegearbeiten entstehen können.

Nach der 70/1,5-Regel gilt ein Hydrosafe-Wert von sd = 1,5 m als ausreichend, um baubedingt erhöhte Feuchtigkeit von der Konstruktion fernzuhalten. Die 70/1,5-Regel leitet sich aus der DIN 68800-2 ab. Mit einem Hydrosafe-Wert von über 2 m übertrifft INTELLO die Forderung von sd = 1,5 m deutlich. Der Hydrosafe-Wert sollte jedoch nicht über 2,5 m liegen, da ansonsten die Austrocknung von unvorhergesehen eingedrungener Feuchtigkeit deutlich reduziert sein kann.

Die feuchtevariable Dampfbremse pro clima DB+ wurde bereits Anfang der 90er Jahre unter der Maßgabe entwickelt, einen hohen Feuchteschutz während der Bauphase und nach Fertigstellung des Gebäudes zu gewährleisten. Die INTELLO ist die konsequente Weiterentwicklung der DB+. Viele Millionen Quadratmeter Konstruktionen wurden mit den Bahnen schadenfrei geplant und erstellt. Mit INTELLO und DB+ sind Bauteile während und nach der Bauphase sicher vor Befeuchtung geschützt.

Dampfbremsen funktionieren nicht wie ein Kaktus, der Poren schließt, wenn es kalt ist, und diese öffnet, wenn es warm wird

Feuchtevariabilität muss sowohl funktionieren wenn es warm ist als auch wenn es kalt ist. Ansonsten können die Bahnen im annähernd gleichbleibenden Innenraumklima nicht zum Schutz des Bauteils eingesetzt werden. Bei der schlaufenförmigen Verlegung (Einbau der Luftdichtung bei der Dachsanierung von außen) ist es ebenfalls wichtig, dass die Bahnen auf der ggf. kalten Außenseite die Austrocknung fördern. Kalt-/warmabhängige Bahnen führen zwangsläufig zu Bauschäden. Die Austrocknung ist ggf. abhängig von der Temperatur nicht möglich. Bahnen mit Poren sind darüber hinaus nicht luftdicht!

Der Wasserhaushalt von Kakteen hat nichts mit der Funktion einer Dampfbremse zu tun. Kakteen gehören zu den Sukkulenten (saftreiche Pflanzen). Durch ihr großes Wasserspeichervermögen können sie gut in niederschlagsarmen Regionen gedeihen. Wasser nehmen Kakteen, wie die meisten anderen Pflanzen auch, über ihre Wurzeln aus dem Boden auf und speichern es in ihrem Inneren. Dabei bilden Kakteen in der Regel ein weit ausgedehntes flaches Wurzelsystem aus. Ihre Wasserabgabe (Verdunstung) ist sehr reduziert. Über ihre relativ dichte Haut und die kleinen Dornen geben sie nur sehr wenig Wasser ab. Wasseraufnahme (Wurzeln) und -verdunstung (Dornen) passiert bei Kakteen also an völlig unterschiedlichen Stellen. Eine intelligente Membranfunktion in der Haut von Kakteen hat hierbei keinen Effekt.


INTELLO bietet mehr Sicherheit als Dampfbremsen mit gerichtetem sd-Wert

INTELLO gewährleistet ein besonders großes Bauschadens-Freiheits-Potenzial. Mit ihrem perfekt austarierten Diffusionsprofil ermöglicht sie besonders robuste und sichere Konstruktionen. Im Winter erreicht INTELLO einen sehr hohen Diffusionswiderstand und schützt die Dämmung optimal vor Bauschäden und Schimmel. Im Sommer kann sie bei Bedarf extrem diffusionsoffen werden. Unvorhergesehen ins Bauteil eingedrungene Feuchte kann so optimal austrocknen. Dieses Prinzip hat sich in über 20 Jahren und mit vielen Millionen Quadratmetern verbauter INTELLO in der Praxis bewährt. Alle Hintergrundinformationen enthält die Studie zur Berechnung des Bauschadens-Freiheits-Potentials.   

Anders als Bahnen mit einem richtungsabhängigen Diffusionswiderstand, kann die feuchtevariable INTELLO nicht versehentlich falsch herum eingebaut werden. INTELLO bietet in beiden Richtungen einen hohen Schutz vor Bauschäden – während der Bauphase und der Gebäudenutzung – ein Gebäudeleben lang.  

Die pro clima Bahn für die schlaufenförmige Verlegung (Einbau der Luftdichtung bei der Dachsanierung von außen) ist die DASATOP. Ihr feuchtevariables Diffusionsprofil ist für diesen Anwendungsfall optimal eingestellt. Auch DASATOP kann hinsichtlich ihres Feuchtemanagements nicht falsch herum eingebaut werden. Die Bahn muss nicht umgedreht werden. Sie kann direkt von der Rolle verarbeitet werden. Damit sind Folgeschäden bzw. -kosten durch derartige Anwendungsfehler ausgeschlossen. Die hohe Verarbeitungssicherheit von DASATOP ist gegeben, da auch sie nicht richtungsgebunden ist.

DASATOP schützt mit einem sd-Wert > 2 m im Feldbereich die Dämmung vor Durchfeuchtung. Gleichzeitig kann sie im Sparrenbereich so diffusionsoffen sein, wie eine moderne Unterdeckbahn (sd-Wert = 0,05 m). So lässt sie Feuchte nahezu ungehindert austrocknen.

Die Eigenschaften der pro clima Bahnen werden auf die empfohlenen Anwendungen passend zugeschnitten. Damit wird in jedem Fall eine maximal hohe Sicherheit vor Bauschäden erreicht. Zusätzlich ist eine für jede Konstruktion einfache und kostensparende Verarbeitung gegeben (z.B. durch die Blendfreiheit und Anschmiegsamkeit). Deshalb gibt es eine DASATOP und eine INTELLO. Denn eine Bahn, die alles kann, kann nichts richtig gut.

Für Fragen zur Funktion, Planung oder Verarbeitung von INTELLO sprechen Sie uns gerne an. Die Ingenieure der pro clima Technik-Hotline oder Ihr pro clima Außendienst stehen Ihnen mit viel Fachwissen und Praxiserfahrung zur Seite.


Technik-Hotline:

Fon 0 62 02 – 27 82.45

eMail: technik@proclima.de

Beratung vor Ort proclima.de/aussendienst

Mehr Informationen zum System INTELLO unter proclima.de/intello

Händler finden unter https://de.proclima.com/haendler